Vierzig Rosen, ein wunderschöner Roman
DEUTSCHER BLOGLITERATURROMAN REZENSION
Thomas Hürlimann, der Schweizer Autor, erzählt in einem als fiktive Biographie geschriebenen Roman, der „Vierzig Rosen“ heißt und im Jahr 2006 veröffentlicht wurde, das Leben von einer willensstarken Frau, Marie, die jüdischer Herkunft ist und in einer katholischen Gemeinde der vom zweiten Weltkrieg betroffenen Schweiz erwachsen wird. Der Roman fängt an einem ihrer Geburtstage an. Der Lauf des Romans schwingt ständig zwischen Gegenwart und vielen Geschichten ihrer Vergangenheit hin und her, an die sie während ihrer Fahrt zum Hotel Grand mit starken Gefühlen denkt. Ihr Großvater gründete ein berühmtes Konfektionshaus und war ein Symbol von Stil und Mode. Nach dem Tod ihrer Mutter lernte sie Klavierspielen von ihrem Vater, aber musste später in eine Klosterschule eintreten. Sie entkam ihr mit Hilfe von Max Maier, in den sie sich verliebte und den sie später heiratete. Zugunsten seines politischen Ehrgeizes musste sie ihre Pianistenkarriere aufgeben. Sie ertrug mit starkem Willen den Tod ihrer drei Kinder und später den Tod ihres Mannes. Noch immer selbstsicher, lebte sie weiter, unabhängig von allen Beschränkungen.
Im Laufe der Zeit wurde es Marie bewusst, dass sie zwei Leben führte: das der Spiegelmarie als Gattin eines erfolgreichen Politikers und das der Sternmarie als Künstlerin und Bohemien im Privaten. Diese zwei Leben entsprachen ihrem äußeren und inneren Dasein. Als Sternmarie folgte Marie dem Glauben ihres Vaters und erlernte Klavierspielen von ihm. Sie überlebte die starke Ordnung der Klosterschule. Und später verfolgte sie ihr Ziel, Pianistin zu werden, als Studentin eines berühmten Komponisten weiter in Richtung Perfektionismus. Ihr Vater war fast alles für sie, und sie blieb meistens bei ihm. Sie nahm das hektische Leben als Ehefrau des Politikers an und begegnete den finanziellen Schwierigkeiten der Familie, ohne gestört davon zu sein. Als Spiegelmarie ist sie die Ehegattin des Politikers, die geborene First Lady. „On a du Styl“ wurde ihr von ihrer Mutter gesagt, und es wurde besonders wichtig, als sie Max bei seiner Politikkarriere half. Ihr öffentliches Verhalten und Stilbewusstsein waren perfekt und halfen ihr, die Pflichten einer Politikergattin erfolgreich zu erfüllen. Schöne Kleider und perfektes Aussehen waren Teil ihres Lebens. Ihr Versuch, zwei Leben zu führen, war meist erfolgreich. Trotz der Schwierigkeiten konnte sie mit Max höchste Stellen in der Gesellschaft erlangen, was ihr erlaubte, die schicke Frau eines Politikers zu sein. Aber dafür verlor sie ihre Karriere als Pianistin, die für sie so wichtige Kunst, und einen Teil des Landbesitzes ihrer Vorfahren, der ihr als Sternmarie wichtig war. Mit dem Tod ihres Mannes Max und ihres Sohnes war die politische Karriere auch weg, obwohl sie wegen ihres starken Willens ihr Leben weiterführen konnte.
Da der Roman ganz offensichtlich viele autobiografische Details aus Hürlimanns eigenem Leben verarbeitet, hat er ihn „von Herzen“ geschrieben. Die Sprache des Romans ist perfekt, präzise und auch fantasievoll. Die Hauptfigur Marie und andere wichtige Personen des Romans sind in sehr ergreifender Weise beschrieben. Oft findet man Anspielungen auf Ereignisse, die versteckt oder wie ein Puzzle bleiben, aber im richtigen Moment enthüllt werden. Ein meisterhaft komponierter Roman, der „unbedingt lesenswert“ ist.
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